Leitbild
radioYpsilon wird in Österreich mit seinen derzeit zwei Senderstandorten (Retz und Hollabrunn) und den beiden Studios in Hollabrunn und Znaim (Tschechien) als "Freies Radio" geführt.
1. Inhaltliche Ausrichtung
radioYpsilon sieht drei Elemente als wesentlich für seine inhaltlichen Ausrichtung an:
multikulturelle Ausrichtung
Förderung jugendlicher SendungsmacherInnen
Wahrnehmung des regionalen Geschehens
1. 1. multikulturelle Ausrichtung
radioYpsilon ist bestrebt, den Menschen in der Grenzregion mehr Einblick in das Tagesgeschehen der tschechischen und slowakischen Nachbarn zu ermöglichen. RadioYpsilon ist bestrebt, Kooperationen zur Erreichung dieses Zieles einzugehen, zB durch Ausstrahlung der deutschsprachigen Nachrichten von Radio Prag und durch den Betrieb eines Aufnahmestudios in Znaim.
Sendungen mit multikultureller/multinationaler Ausrichtung AT-CZ-SK liegen im besonderen Interesse von radioYpsilon und werden gezielt unterstützt und gefördert.
1. 2. Förderung jugendlicher SendungsmacherInnen
radioYpsilon hat sich das Ziel gesetzt, junge Menschen in journalistischer Recherche, Freier Rede sowie in Fremdsprachenkenntnis zu unterstützen und gleichzeitig kulturelle Kontakte Jugendlicher in der Grenzregion zu Tschechien und Slowakei zu fördern. radioYpsilon ist seit seiner Gründung (als vorm. GymRadio) einzigartig in seiner Art in Europa (1. multikulturelles Jugendradio in Europa).
1. 3. Wahrnehmung des regionalen Geschehens
RadioYpsilon strebt eine starke Verwurzelung im regionalen Tagesgeschehen an – um das inhaltlich abzudecken werden beispielsweise Livediskussionen zu aktuellen politischen Themen oder Diskussionen zu kulturellen Themen unter Einbindung der regionalen Hörerschaft durchgeführt.
Regionale Vereine und Organisationen aus den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens werden regelmäßig als Sendungsgäste eingeladen bzw gestalten eigene Sendeschienen.
2. Grundsätze
RadioYpsilon ist Mitglied im „Verband Freier Radios Österreich" und betrachtet als integrierten Bestandteil des Leitbildes die im Folgenden dargestellte
Charta der Freien Radios Österreichs
Grundsätze des Verbandes Freier Radios Österreich
Freie Radios sind unabhängige, gemeinnützige, nicht-kommerzielle und auf kommunikativen Mehrwert ausgerichtete Organisationen, die einen allgemeinen und freien Zugang zu Sendeflächen für Rundfunkverstaltungen bereitstellen, um die freie Meinungsäußerung zu fördern. Als dritte Säule der Rundfunklandschaft neben öffentlicht-rechtlichen und kommmerziell-privaten RundfunkveranstalterInnen erweitern Freie Radios die Meinungsvielfalt.
Offener Zugang / Public Access
Freie Radios geben allen Personen und Gruppen innerhalb des gesetzlichen Rahmens die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung und Informationsvermittlung. Vorrang haben dabei soziale, kulturelle und ethnische Minderheiten sowie solche Personen und Gruppen, die wegen ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung oder sexistischen oder rassistischen Diskriminierung in den Medien kaum oder nicht zu Wort kommen.
Partizipation
Freie Radios stellen Trainings-, Produktions- und Verteilungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie bilden Plattformen lokaler und (über-)regionaler Musik-, Kunst- und Kulturproduktion für gesellschaftspolitische Initiativen und für gesellschaftlich oder medial marginalisierte Communities. Sie laden ihre HörerInnen zur aktiven Beteiligung ein, spiegeln die gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Vielfalt ihrer Ausstrahlungsgebiete wider und fördern den interkulturellen Dialog.
Gemeinnützigkeit / Nichtkommerzialität
Freie Radios sind kein Privateigentum eines/r Einzelnen, sondern sind gemeinsam von ihren NutzerInnen getragene Organisationsformen, die vor allem dem Prinzip der Gemeinnützigkeit unterliegen. Ihre Tätigkeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und verfolgt das Prinzip eines werbefreien Radios ohne kommerzielle Produktwerbung. Um die Existenz und Unabhängigkeit gewährleisten zu können, braucht es eine Diversifizierung der Einnahmequellen. Die Finanzierung erfolgt durch Eigenleistungen wie Projekte oder Kooperationen, öffentliche Förderungen, Mitgliedsbeiträge und Spenden oder auch Sponsoring.
Transparenz / Organisation
In Freien Radios sind die Organisation und die Auswahlkriterien für Sendeinhalte durchschaubar und nachprüfbar zu halten. Die TrägerInnen Freier Radios handhaben ihr Management, ihre Programmgestaltung und ihre Beschäftigungspraxis so, dass sie jede Form der Diskriminierung ausschließt; sie sind dabei gegenüber allen UnterstützerInnen, dem Personal und den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen offen und verantwortlich. Sie fördern die Mitwirkung von MigrantInnen und Frauen in allen Bereichen.
Lokalbezug/ Regionale Entwicklung
Freie Radios verstehen sich als Kommunikationsmittel im lokalen und regionalen Raum und unterstützen die regionale Entwicklung. Damit fungieren Freie Radios auch als fördernde Plattformen für regionalbezogene Kunst- und Kulturschaffende, in denen es für KünstlerInnen Auftritts- und Verbreitungsmöglichkeiten gibt. Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit überregionalen und internationalen Themen statt. Freie Radios arbeiten aktiv zusammen, z.B. durch Programmaustausch oder die gemeinsame Realisierung von medialen, kulturellen, künstlerischen oder gesellschaftspolitischen Projekten.
Unabhängigkeit
Freie Radios sind im Besitz, in der Organisationsform, in der Herausgabe und in der Programmgestaltung unabhängig von staatlichen, kommerziellen und religiösen Institutionen und politischen Parteien.
Anspruch
Freie Radios fördern eine selbstbestimmte, solidarische und emanzipatorische Gesellschaft. Sie wenden sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung, Herkunft, Abstammung Hautfarbe oder Ethnie, religiöser oder politischer Anschauung, aufgrund körperlicher oder geistiger Fähigkeiten, sozialer Herkunft, Sprache oder Alter. Sie treten für freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie ein.